Der neue Mr. Darcy

on July 30, 2009



Richard Armitage ist der neue Mr. Darcy. Zumindest kommt er sehr nahe an Colin Firth heran, der die Rolle des stolzen Briten in der BBC-Verfilmung von 1995 gespielt hat. Wo nun habe ich Richard Armitage entdeckt? In einer weiteren BBC-Verfilmung eines Klassikers einer englischen Autorin, diesmal aber nicht Jane Austen, sondern Elizabeth Cleghorn Gaskell. Gaskell wurde 1810 in Chelsea bei London geboren. Mit dem Schreiben hat sie nach dem Tod ihres Sohnes angefangen, um ihren Schmerz besser zu verarbeiten.

Am Wochenende nun habe ich eines ihrer Werke entdeckt: "North & South". Ursprünglich wurde es 1854/55 als Fortsetzungsroman in der Londoner Wochenzeitschrift "Household Words" von Charles Dickens herausgegeben. In dem späteren Buch, was um zwei Kapitel verlängert wurde, geht es um die Gegensätze in England zur damaligen Zeit zwischen Nord und Süd. Die Protagonistin Margaret Hale wächst unbeschwert im Süden des Landes auf. Die Sonne scheint, die Menschen vertreiben sich die Zeit mit sozialen Anlässen... Doch dann verwirft sich Margarets Vater, ein Pastor, mit der Kirche. Von heute auf morgen entwurzelt er seine Frau und seine Tochter und zieht mit ihnen in den hohen Norden. Nach Milton - Heimatstadt der Baumwollindustrie.

Milton ist der krasse Gegensatz zur Heimat der Hales. Das Leben dort ist rau, ebenso die Menschen und deren Sitten. Vor allem Margaret und ihre Mutter können sich nur schwer an das Leben in der Industriestadt gewöhnen, wo es für die Fabrikbesitzer nur um Profit zu gehen scheint, während die Arbeiter und ihre Familien Hunger leiden und unter den unwürdigsten Bedingungen leben und arbeiten müssen.

Schon früh lernt Margaret den Fabrikbesitzer John Thornton kennen - während er gerade einen seiner Angestellten verprügelt. Dreimal dürft Ihr raten, wer Mr. Thornton spielt. Genau - Richard Armitage. Für den Schauspieler war dies die Rolle seines Lebens, sagt er später. Zwischen ihm und Margaret scheint sich eine Art Hassliebe zu entwickeln. Beide verstehen die Traditionen des anderen nicht, und doch liegt etwas in der Luft, was keiner beschreiben kann. Mit Hilfe dieser beiden Charaktere versuchte Gaskel damals, die sozialen Gegensätze darzustellen und gleichzeitig aufzuzeigen, dass soziale Schranken überwindbar sind.

Wer sich aber nun in wen verliebt und wie das Ganze ausgeht, das müsst Ihr Euch schon selbst anschauen. Das Buch kenne ich leider noch nicht, aber die BBC-Verfilmung ist grandios. Schon allein durch das Farbenspiel an den jeweiligen Schauplätzen wird der Unterschied zwischen "North & South" deutlich. Von blühender Landscahft bis hin zur kargen Einöde der Baumwollfabrik. Sehr beeindruckende Bilder. Und Richard Armitage - wie Colin Firth als Mr. Darcy auch versteht er es, zu lächen ohne das Gesicht zu verändern. Allein seine Augen strahlen so viel Gefühl aus - sei es Liebe oder Schmerz. Zum Dahinschmelzen.

Die BBC hat den Klassiker 2004 verfilmt - es wurde ein Überraschungserfolg. Die DVD besteht aus vier Teilen und ein paar Extras - unter anderem einem Interview mit dem Hauptdarsteller. Mein Fazit: Definitiv sehenswert!

Hier noch ein witziger Zusammenschnitt aus allen möglichen Filmen mit Richard Armitage:

Who the F*** is Banksy?

on July 25, 2009



Wer sich hinter dem Spitznamen Banksy verbirgt, weiß niemand so genau. Fakt ist, es handelt sich um einen Straénkünstler aus Bristol, England. Mit seinen Kunstwerken proviziert Banksy auf fast schon charmante Art und Weise. Er regt zum Nachdenken an, macht auf Missstände aufmerksam, prangert an. Doch stets auf eine Art und Weise, die man fast schon wieder als humoristisch bezeichnen könnte.

Zurzeit sind zahlreiche Werke des Künstlers im Museum in Bristol zu sehen. Die Ausstellung ist kostenlos - leider habe ich letztes Wochenende zu spät davon erfahren. Ich konnte mir aber etliche Sachen in Fotoform anschauen - und war begeistert!

Beim Googeln bin ich auf noch mehr interessanter Fakten und Bilder gestoßen. Neben seinen Graffiti hängt Banksy auch eigene Arbeiten ungefragt in Museen auf. Sowohl im Londoner Tate Modern, New Yorker Museum of Modern Art, Metropolitan Museum of Art, the Brooklyn Museum, American Museum of Natural History, sowie im Louvre hingen 2005 unbemerkt seine Arbeiten. Im Mai 2005 wurde Banksys Version einer Höhlenmalerei, die einen jagenden Menschen mit Einkaufswagen zeigte, im British Museum gefunden. (Wikipedia)

Und dieses Video, dass eine Umfrage unter Engländern zur Arbeit von Banksy zeigt. Ist es Kunst - oder Vandalismus? Das muss wohl jeder für sich selbst entscheiden.

Wunschkonzert

on July 23, 2009

Die Anja hat mich mit Holz beworfen - oder besser gesagt, mir ein Stöckchen geschenkt. Ich werd's man aufheben, deswegen kommen hier meine drei Wünsche für die (nahe?) Zukunft:

1. Zweisamkeit - meinen Mäusen wird die Hitze zu viel, deswegen lassen sie sich nur noch selten blicken. Verbringe also die meiste Zeit in meiner Wohnung tatsächlich allein. Das würd ich gern ändern, sei es mal wieder mit einem Spieleabend, einer Party - oder siehe Wunsch 2.

2. Noch mehr Zweisamkeit - es gibt so viele Dinge im Leben, die zu zweit einfach mehr Spaß machen (und damit meine ich nicht nur das S-Wort). Dummerweise treffe ich die richtigen Kerle immer zur falschen Zeit am falschen Ort. HALLO, HIER BIN ICH! GENAU JETZT!!!!

3. Heilung - seit ich denken kann, leide ich an akutem Fernweh. Und das macht sich momentan mal wieder seeeehr stark bemerkbar. Der kurze Ausflug nach London zu Jenny war superschön und hat mich an meinen großen Traum erinnert: eine Weltreise. Irgendwann ist es soweit. Ich glaube, vorher wird mein Herz keine Ruhe geben. Es will hinaus in die große weite Welt. Das ist das einzige Heilmittel. Aber bis ich mir das leisten kann, muss ich mich wohl mit kleinen Dosen einer Ersatzmedikation zufrieden geben. Immerhin - mehrere kleine Reisen bedeuten mehr Vorfreude =D

So, und wem werfe ich das Stöckchen jetzt zu? Ich würde sagen Steffi, Romy und René.

Don't pay it back - pay it forward!

Mich hat lange kein Film mehr zum Weinen gebracht, aber heute Abend war es mal wieder soweit. In "Pay it forward" - Das Glücksprinzip - versucht ein kleiner Junge die Welt zu verändern. Dabei geht es eigentlich nur um eine gute Note.

Mit Trevor (gespielt von Haley Joel Osment, bekannt aus The Sixth Sense) hat es das Leben bisher nicht gut gemeint. Seine Mutter (Helen Hunt) ist Alkoholikerin, seine Großmutter auch, sein Vater (Jon Bon Jovi) ebenso, und ein Schläger obendrein - aber zumindest grad nicht daheim.

Zu Beginn der siebten Klasse bekommt Trevor einen neuen Lehrer, Mr. Simonet (Kevin Spacey). Dieser stellt die Kinder vor eine Herausforderung. Sie sollen sich ein Projekt ausdenken, mit dem sie die Welt verändern könnten. Trevors Idee ist einfach, und doch scheinbar utopisch: Er plant ein Schneeballsystem guter Taten. Drei Menschen will er etwas Gutes tun. Doch anstatt sich zu revanchieren, sollen diese Menschen dafür anderen einen Gefallen tun. Fremden. Schon nach kurzer Zeit, so Trevors Hoffnung, könnte die Welt perfekt werden.

Schon bald bringt der Elfjährige einen obdachlosen Junkie mit nach Hause, gewährt ihm ein Dach überm Kopf und lässt ihn duschen. Auch seiner Mutter und Mr. Simonet möchte Trevor helfen. Doch was er auch tut, der Glaube an das Gute im Menschen scheint vergebens. Trevor ist enttäuscht, fühlt sich verraten. Er ist gescheitert.

Aber - ohne dass ich an dieser Stelle zu viel verraten möchte - natürlich ahnt der Junge nicht, was hinter seinem Rücken alles passiert. Das Glücksprinzip zieht Kreise. Bald wird auch ein Reporter auf die Geschichte aufmerksam und versucht, den Urheber dieses Schneeballsystems ausfindig zu machen.

Was dann geschieht, ist mehr als unvorhersehbar. Unglaublich obendrein - und berüht einen ganz tief im Herzen.

Der Film "Pay it forward" ist aus dem Jahr 2000. Das Drama von Mimi Leder basiert auf einem Roman von Catherine Ryan Hyde. Die Autorin hat laut Wikipedia sogar eine Stiftung gegründet, um die Idee aus ihrer Geschichte in der Realität umzusetzen.

Strom gegen Süßigkeiten

on July 09, 2009



Das nenn ich mal ein Tauschgeschäft :-) Diesen Lolli hat mir meine Chefin aus England mitgebracht, weil ich ihr meinen kleinen Adapter fürs Stromnetz geliehen hab. Sowas macht man immer wieder gerne =D

Nix mit Vorfreude

Eigentlich ist doch die Zeit vor dem Urlaub mit die schönste. Für mich zumindest. Wenn ich ein Ziel vor Augen hab, mich in die Planungen stürzen kann... Vorfreude ist die schönste Freude, heißt es.

Leider ist das nicht immer so. Vor allem nicht dann, wenn es um diesen blöden neuen elektronischen Reisepass geht. Ich wollte mich heute endlich mal drum kümmern, da es bis zu meiner Reise in die USA nur noch wenige Wochen sind. Also bin ich nach der Arbeit aufs Bürgeramt getingelt.

Ging diesmal sogar recht schnell. Nach nur einer Viertelstunde war ich dran und guter Dinge. "Haben Sie die 59 Euro dabei?" - na klar, dank EC-Karte immer. Ein Foto musste ich natürlich noch machen. Also ab in den Automaten, den die Mitarbeiter des Bürgeramtes "freundlicherweise" haben aufstellen lassen. 7 Euro - ganz schön happig. Aber naja, muss halt sein.

Das Positionieren vor der Kamera ist gar nicht so einfach, wenn man den biometrischen Bestimmungen folgt. Stur geradeaus schauen, bloß nicht lachen. Haare zum Zopf oder offen, Haarband ist nicht erlaubt. Kopf nicht schief legen, Augen auf einer Höhe halten.

Aufnahme Nummer eins war schon ganz okay, aber viel zu dunkel. Also zweiter Versuch. Der ging voll daneben. "Entspricht nicht den Bestimmungen", sagt der Automat netterweise. Also noch einer. Der letzte Versuch. Auch der geht irgendwie daneben, ist schon wieder viel zu dunkel. Aber für eine der Varianten muss ich mich entscheiden.

Ziemlich unzufrieden geht's zurück zur Bürgeramts-Mitarbeiterin. Ein Blick von ihr auf mein Foto und ich ahne Schlimmes. "Das ist leider viel zu dunkel." Hah, das seh ich selbst. Und nun? "Da müssen Sie wohl noch eins machen." Hallo? Hab ich die Geldscheiße??? "Oder Sie unterschreiben mir, dass wir nicht für eventuelle Nachteile verantwortlich sind, die Ihnen durch dieses Foto entstehen können." Na toll. Immer schön die Schuld von sich weisen. Macht es Euch nur einfach. Wie wär's mit Geld zurück und Versuch Nummer zwei - unter Zeugen sozusagen? Is nich. War ja klar.

"Vielleicht sollten Sie lieber ins Fotostudio um die Ecke gehen", meint die Frau noch. Ich glaub ich spinne. Was für ne DREISTE ABZOCKE!!! Bessern die Kommunen so ihre klammen Kassen auf? Ich bezweifle, dass ich die einzige bin, bei der dieser Automat nur Mist ausspuckt. Und es ist bestimmt auch nicht der einzige Automat in Leipzig, der spinnt. Geschweige denn bundesweit. Was da wohl jährlich an zusätzlichen Einnahmen zusammenkommt? Ich kann es nur erahnen.

Und jetzt? Bin ich total stinkig, um sieben Euro erleichtert und noch immer ohne Reisepass. Toll gemacht...

Maerchen meets Rasta

on July 06, 2009

Ein Foto zum Andenken musste sein. Wenn ich beim Summerjam immer nur selbst knipse, bin ich ja nie drauf...



Das ist Buju Banton, einer der zurzeit bekanntesten Reggae-(Dancehall)-Musiker aus Jamaika. Er stand gestern nach seinem Konzert zahlreichen Medienleuten Rede und Antwort. Hab ein kleines Interview draus gebastelt...

Ansonsten freu ich mich heute Abend auf das große Abschlusskonzert von UB40. Dann kann ich endlich auch mal mitsingen *lol*

Grüße aus der Karibik

on July 05, 2009

Hallo Ihr Lieben,

im Moment bin ich - wenn auch leider nur gefühlt - in der Karibik unterwegs. Genauer gesagt in Jamaika :-) Tropische Temperaturen jenseitrs der 30-Grad-Marke, Sonne und Strand mit einem total erfrischenden See gleich ums Eck, eben hatte ich ein Stück frische Kokosnuss und wenn ich nix zu tun habe, aale ich mich in der Sonne. Und die ganze Zeit tönt von überall her chillige Reggaemusik. Das ist Summerfeeling pur. Einfach traumhaft.

Wenn da nicht die Arbeit wär *lol* Denn offiziell bin ich im Namen meines Lieblingsnachrichtenportals auf dem Summerjam unterwegs und suche spannende und interessante Geschichten. Leider war ich damit bisher nicht so erfolgreich, weil es hier und da ein paar Probleme gegeben hat. Aber ein erster Text steht schon, am zweiten sitz ich gerade.

Ach - und wer noch nie was von BMX Flatland gehört hat, sollte mal hier klicken. Vielleicht entdeckt der eine oder andere eine neue Leidenschaft?

Bis dahin liebe Grüße aus Kölle!