Ich bin dann mal weg

on August 29, 2009

Komme gerade von der Geburtstagsparty einer ehemaligen Kollegin und guten Freundin, die ebenfalls regelmäßig bloggt. Eine ihrer Kategorien, das ABC, fasziniert mich schon seit Längerem. Da ich morgen (oder eigentlich vielmehr heute) in den wohlverdienten Urlaub fliege, wollte ich das zum Anlass nehmen, meinen lange geplanten Vorsatz in die Tat umzusetzen und an dieser Stelle mein erstes ABC veröffentlichen. Hier ist es. Bin gespannt, was dabei rauskommt...



Mein USA-Vorfreuden-ABC

A wie Ankommen. Von unserem Abflug in Leipzig bis zu unserer Ankunft in Chicago vergehen etwa 24 Stunden. Und das nur, weil wir uns auf dem Hinflug rund zehn Stunden in Paris die Zeit vertreiben müssen. Bloß gut, dass man für Frankreich kein Visum braucht. Hat jemand ein paar Tipps, wie man sich die Nacht in Paris möglichst günstig und dennoch kurzweilig um die Ohren schlägt, ohne zu riskieren, am nächsten Tag den Anschlussflug zu verpassen?

B wie Baseball. Eine der größten Volkssportarten in den USA. Habe damals mehrere Spiele gesehen und bin total begeistert. Werde auch diesmal wieder die St. Louis Cardinals anfeuern - diesmal in ihrem neu gebauten Bush Stadium.

C wie Couchsurfing. Bis auf unsere wenigen Tage in New York City und bei meiner früheren Gastfamilie werden wir ausnahmslos bei Couchsurfern übernachten. Die Community ist darauf angelegt, kosten(günstig)los weltweit zu reisen, dabei mit den Menschen und der Kultur vor Ort in Kontakt zu treten und so Land und Leute nicht nur durch die Augen eines Touries kennenzulernen.

D wie Dollar. Wollte heute vorsorglich doch mal ein paar Dollar holen, um vor Ort nicht eventuell dumm dazustehen. Dummerweise bin ich Postbank-Kunde. Und die Postbank hat in ihren Filialen keine ausländischen Währungen mehr liegen. Hätte ich telefonisch beantragen müssen, dann hätte man mir die Scheine per Post innerhalb von vier bis fünf Werktagen zugeschickt. Dumnm gelaufen...

E wie Einreise. Das Verfahren zur Einreise in die USA ist ein bissl komplizierter geworden. Über ESTA muss man sich vor Reiseantritt registrieren, um eine Einreisegenehmigung zu erhalten. Dass man dann vor Ort auch das Visum bekommt, ist damit übrigens nicht garantiert. Immerhin, die Einreisegenehmigung hab ich wenige Minuten nach Ausfüllen des Formulars erhalten, wo Fragen zum Drogengebrauch, der eigenen NS-Vergangenheit und anderen Vergehen gestellt werden.

F wie Flug. Ich fliege mit Air France, was mir in den vergangenen Wochen bisweilen ganz schön zu schaffen gemacht hat. Als Kind hatte ich nie Flugangst, aber im Moment zerbrech ich mir schon ein bissl den Kopf darüber, ob ich heil ankomme.

G wie Gepäck. Vorteil bei Air France: Man darf bei Transatlantikflügen zwei Gepäckstücke à 23 Kilo mitnehmen. Perfekt - ein Koffer für die Hinreise und mit einem zweiten voller neuer Klamotten etc. geht's dann zurück *lach*

H wie Heimat. Ein Jahr lang habe ich in den USA gewohnt. In dieser Zeit ist Quincy für mich wie eine Art zweite Heimat geworden, meine Gastfamilie war nicht einfach nur irgendeine Familie, sondern sie ist für mich zu einer zweiten Familie geworden. Nach mehr als zehn Jahren kehre ich dorthin zurück und freue mich wahnsinnig, jene Menschen wiederzusehen, die mir so ans Herz gewachsen sind.

I wie Internet. Noch gibt es in den USA wohl fast überall kostenlose Hotspots zum Surfen. Aber der Trend ist rückläufig und ich hoffe, ab und zu einen zu finden, um Euch mit lustigen Geschichten von unterwegs und hoffentlich tollen Fotos auf dem Laufenden halten zu können.

J wie Jetlag. Hab ich bisher selten verspürt. Wenn er kommt, dann bitte erst nach der Rückreise ;-)

K wie Klima. Ist ähnlich wie bei uns. Im August/September werden es auch in New York City beispielsweise tagsüber noch 25 bis 30 Grad.

L wie Lonely Planet. Mein all time favorite tourist guide. Hat mich schon in Australien, Finnland, Rom, Prag und Irland begleitet. Tolle Tipps, interessante Fakten und Landkarte nen mass. Der für die USA ist ein bissl umfangreicher, aber die wichtigen Seiten sind markiert und im Hirn abgespeichert :-)

M wie Mietwagen. Eine völlig neue Erfahrung. Bisher hab ich, wenn ich allein war, meist Rundfahrten oder Tagestouren etc mitgemacht, diesmal wollen wir das Gefühl der Freiheit in vollen Zügen genießen und haben uns daher ein Auto gemietet. Hoffentlich gibt's ein Navi dazu...

N wie New York City. Natürlich ein definite must go. Wird der letzte Stop unserer Reise und ich will auf jeden Fall aufs Empire State Building, ins Rockefeller Center (wenn's klappt, kommen wir dort kostenlos rein zu Aussichtsplattform, Bars etc), auf die Freiheitsstatue, Bäckereien in Chinatown durchkosten und zum Ground Zero. Als ich das letzte Mal in NYC war, standen die Twin Towers noch. Bin gespannt, was das für ein Gefühl sein wird, nun dort zu stehen.

O wie Orientierung. Der Punkt ist auf der Liste leider nicht abgehakt. Entweder ich kaufe vor Ort eine ganze Reihe an Straßenkarten für vier oder fünf Bundesstaaten oder ich hoffe darauf, vor Ort irgendwo an ein günstiges Navi ranzukommen, um mich im Dschungel der US-Highways zurecht zu finden.

P wie Packen. Koffer ist noch nicht komplett, fehlt noch bissl Wäsche von der Leine und so Kleinkram. Ist aber noch genug Platz, wird morgen (heute) früh fertig gepackt und dann kann's losgehen. Empfehle für die USA übrigens auf jeden Fall Hartschalenkoffer! Selbst die sehen nach so nem Transatlantikflug manchmal sehr mitgenommen aus.

Q wie Quincy. Dort findet Anfang September einer der Höhepunkt unserer Reise statt - die Hochzeit meines früheren Gastbruders. Hab ihn zehn Jahre lang nicht gesehen, kenne seine Braut nicht und bin total gespannt auf die Feierlichkeiten. Ein Hochzeitsgeschenk hab ich schon, wird an dieser Stelle aber noch nicht verraten.

R wie Route. Alles ausgeklügelt. Wen's interessiert, wer selbst mal dorthin will und Fragen hat - in drei Wochen kann ich Euch weiterhelfen und bestimmt mit ner Menge Tipps versorgen: Chicago - St. Louis - Quincy - Indianapolis - Cincinnati - Columbus - Pittsburgh - Cleveland - Buffalo/Niagara Falls - New York City - Washington DC - NYC.

S wie Shoppen. Zurzeit steht der Dollar richtig günstig, deswegen werden wir sicher das eine oder andere Kleinod mit nach Hause bringen. Gott sei Dank wurde der Betrag, für den man zollfrei einkaufen darf, Ende vergangenen Jahres auf 430 Euro hochgesetzt. Davor waren es 175 Euro - dafür lohnt sich eine Shoppingtour ja nun wirklich nicht. Und die Steuern, die man nachträglich für alles, was darüber liegt, hätte zahlen müssen, sind echt heftig.

T wie Telefon. Mein Handy wird in den USA nicht funktionieren. Aber es gibt wohl bei Walmart disposable phones für etwa 30 Dollar mit 300 Freiminuten. Macht sich gut, vor allem, wenn ich die vielen Couchsurfer vorab kontaktieren muss, um Ankunftszeit und Treffpunkt zu vereinbaren.

U wie unbezahlbar. Von jeder Reise nimmt man wundervolle Eindrücke mit, die einem keiner nehmen kann. Diese Momente sind kostbar und ich hoffe, dass wir viele davon erleben werden.

V wie Vorurteile. Zugegeben, das Bild, das man hierzulande von den Amerikanern hat, ist nicht unbedingt das beste. Irakkrieg, Afghanistan, Anti-Terror-Kampf, George Bush - das sind nur einige Begriffe, die unsere Meinung in den vergangenen Jahren negativ geprägt haben. Doch nicht alle US-Bürger heißen gut, was die Supermacht auf dem Globus so treibt. Nicht alle Amis rennen jeden Tag zu Burger King oder McDoof und nicht alle sind oberflächlich. Ich habe in der Vergangenheit viele Amerikaner in mein Herz geschlossen und hoffe, dass auch andere Menschen ihre Vorurteile abbauen, indem sie einfach mal rüberfliegen und sich selbst ein Bild machen.

W wie Wünsche. Ich wünsche uns eine gute Reise, einen tollen Urlaub, viele schöne Momente, reichlich Erholung, gute Laune und Sonnenschein. Und wer sich etwas von mir wünscht - Postkarte, Souvenir oder irgend ein anderes Mitbringsel: Kommentar oder Mail genügt und ich werd sehen, was sich machen lässt.

X wie x-beliebig. Wir haben uns für ne bestimmte Route entschieden (oder vielmehr ich? hoffe Mary kann mit meiner Planung leben *lol*) - am Ende ist es egal, wo man in den Staaten umher reist, denn jede Gegend hat ihre Vorzüge, ihre schönen Landschaften und Sehenswürdigkeiten.

Y wie yearn. Zu deutsch: sich sehnen. Vor Monaten schon ist bei mir das Fernweh ausgebrochen und es hat sich von Tag zu Tag deutlicher bemerkbar gemacht. Es gab Momente, das war the yearning, die Sehnsucht, unendlich groß, kaum auszuhalten. Ich hoffe, wenn ich in drei Wochen wiederkomme, lässt der nächste Anfall ein bissl auf sich warten. Auch meinem Geldbeutel zuliebe.

Z wie Zukunft. Every dreamer knows it is entirely possible to be homesick for a place you've never been to. Perhaps even more homesick than for familiar ground. Eines meiner Lieblingszitate. Leider weiß ich bis heute nicht, von wem es ist. Aber es drückt einen großen Teil meiner Persönlichkeit aus - ich leide an chronischem Fernweh. Und daher sind die nächsten Urlaube zumindest schon im Kopf geplant: 2010 geht's nach Island, 2011 nach Mexiko. Und danach? Vielleicht Neuseeland? Oder Skandinavien? Bin für Tipps und Ratschläge offen.

1 Kommentare:

kleinela82 said...

Hallo,

die Idee mit dem ABC gefällt mir. Werde ich auch einmal ausprobieren.

Ich wünsche dir gute Erholung und viel Spaß in deinem Urlaub!

Viele Grüße
Ela